Heilende Hühnersuppe

Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen, Kopfweh, Halsweh… ob vom Kindergarten, von der Arbeit, beim Einkaufen oder sonst wo aufgeschnappt – sie kommen immer zum falschen Zeitpunkt diese Viren und erschweren uns so manchen Alltag in dieser Jahreszeit. Da freue ich mich über unsere guten Abwehrkräfte, und schon haben sie uns doch erwischt. Schon bei den ersten Anzeichen stell ich meinen großen Suppentopf auf den Herd und beginne sie zu kochen – die Hühnersuppe. Sie schmeckt gut und tröstet irgendwie. Auch bei hohem Fieber bringt man ein paar Schluck davon schon runter. Die meisten Kinder lassen sich auch dazu überreden vor allem mit passenden Einlagen wie Nudeln, Grießnockerl oder Backerbsen.

Hühnersuppe lindert bei Erkältungen und grippalen Infekten die Symptome, da sie nahrhaft ist, stärkt, wärmt und die Schleimhäute befeuchtet. Wissenschaftlich erwiesen hemmt sie die Beweglichkeit der neutrophilen Blutkörperchen und somit auch eine überschießende Entzündungsreaktion der Schleimhäute. Außerdem sind in der Suppe hohe Konzentrationen von Cystein und Zink enthalten, die entzündungshemmend wirken.

 Ich hab das Glück, Hühnerfleisch zu haben, das bei uns am Hof gewachsen ist. Bei der Verarbeitung werden die Reste zum Einfrieren in Suppensackerl abgepackt: Kragen, Rücken, Füße inklusive Krallen, ev. Flügerl, Brustkorb, Magen, Herz, Leber ergeben kräftige Suppen. Wenn ihr also einmal ein ganzes Huhn kauft und es vor dem Kochen zerlegt, empfehle ich euch solche Suppenfleisch-Teile abzuzweigen. Ich liebe es, alles zu verwerten und für alle Teile eine perfekte Aufgabe zu finden. Man kann natürlich auch alle anderen Teile verwenden oder sogar ein ganzes oder halbes Huhn zu einer Suppe verkochen. Das Fleisch eignet sich dabei später als gute Suppeneinlage oder kann etwa zu einem Geflügelsalat weiterverarbeitet werden. Für einen höheren Cysteingehalt lege ich gerne ein Stück Brust dazu. Für die Verwendung von Füßen mit Krallen gibt es zwar keine fundierte wissenschaftliche Erklärung, doch sie sollen nahezu magische Heilkräfte besitzen. Die Omas haben das schließlich auch immer so gemacht. Und in China sind die Krallen sogar eine teure Delikatesse!

 

Zubereitung

Ich stelle den Topf auf den Herd mit wenig Öl, lege die durchgeschnittenen Zwiebelhälften mit der Schnittfläche nach unten hinein und erhitze kurz (das gibt ein gutes Röstaroma). Dann rasch mit etwas Wasser aufgießen und Fleisch einlegen. Soviel Wasser einfüllen, bis das Fleisch gut bedeckt ist und noch genug Platz fürs Gemüse bleibt. Zu bedenken ist, dass bei langem Kochen das Wasser reduziert wird; es kann aber jederzeit etwas nachgegossen werden. Zwiebel und Fleisch im Wasser einmal kurz aufkochen lassen. Dabei bildet sich ein grauer Schaum auf der Oberfläche. Diesen gleich abschöpfen und verwerfen. Wirklich nur einmal kurz Blubbern lassen und dann gleich zurückschalten. Der sich bildende Schaum wird sonst beim Blubbern wieder untergemischt und die Suppe kann dann trüb werden. Die Hitze jetzt so einstellen, dass die Suppe leicht siedet (wenige langsam aufsteigende Blasen reichen dabei – die Suppe soll eher ziehen als wild kochen). Wenn sich kein Schaum mehr bildet, das Gemüse einlegen und die Gewürze beifügen. Das ganze ca. 3 Stunden sieden (2 Stunden sind das absolute Minimum, nach oben ist auch noch mehr erlaubt, nur aufpassen, dass genug Wasser im Topf ist). Dann kann es ruhig noch etwas stehen und abkühlen.

Die Gemüseteile, die man als Einlage verwendet (Karotten, Sellerie, Pastinak, Peterwurz) herausfischen, die Hühnerteile ebenso. Die Suppe durch ein feines Sieb schütten und die im Sieb verbleibenden verkochten Teile ruhig etwas ausdrücken. Suppe mit Salz würzen. Brauchbares Fleisch auslösen, Magen z.B. fein aufschneiden und extra aufbewahren. Die großen Gemüsestücke können gut in der Suppe aufbewahrt werden. Ein großer Suppentopf reicht meist für mehr als einen Tag. Beim Gemüse verwende ich das was es saisonal bei uns gibt und was ich gerade im Garten oder Keller hab. Petersil, Schnittlauch, Liebstöckel, Selleriegrün, Giersch z.B. hab ich meist eingefroren oder getrocknet und in einem eigenen Suppensalz (das mir jeden Suppenwürfel erspart) verarbeitet. Sollten bei den Gemüsen, Kräutern und Gewürzen welche gerade fehlen, macht das gar nichts – die Suppe schmeckt trotzdem gut und deshalb vielleicht auch immer wieder ein bisschen anders.

Im Grunde ist die Suppe schon servierfertig!

Wenn man will kann man jetzt noch Gemüse-, Fleisch- oder Teig-Suppeneinlagen reingeben. Ganz einfach hat man eine spermidinreiche Suppeneinlage, wenn in den Teller noch ein paar gegarte knallgrüne Erbsen oder Karfiol-Röschen legt und vielleicht auch noch eine Scheibe von der mitgekochten Hühnerleber.

 

Hervorragend hierzu passen dann noch gelbe Eierschöberl.

Die werden aus Brandteig hergestellt und sind leicht und schnell gemacht. Für den Brandteig Wasser mit Butter, Salz und Muskatnuss aufkochen und dann Mehl (+Backpulver) einrühren, bis ein fester Klumpen entsteht. Teig etwas abkühlen lassen und die Eier kräftig mit dem Schneebesen unterrühren, bis der Teig glatt ist. Nicht aufgeben, auch wenn man denkt, es wird nichts mehr, rühren, rühren, rühren bis die Hand weh tut. Den Teig in einen Spritzbeutel füllen und kleine Halbkugeln auf ein Blech aufspritzen (ca. 3cm Durchmesser). 15 min bei 180° Heißluft backen.

Zutaten2

Zutaten:

1 EL Öl

1 große (oder 2 kleine) Zwiebel mit Schale (gibt eine schöne Farbe und hat wertvolle Inhaltsstoffe)

Hühnerfleisch und Knochen sowie Innerrein nach Bedarf (siehe oben)

2-3 l Wasser

3 große Karotten (gerne auch gelbe Möhren)

½ kleine Sellerieknolle (optional auch Stangensellerie)

1 kleiner Lauch (oder auch nur die äußeren Blätter die man sonst nicht so gut gebrauchen kann)

1 Peterwurz oder etwas Petersil

1 kleiner Pastinak

Schnittlauch (optional)

1 Blatt Liebstöckel (oder ein Fingerhut voll Samen oder ein Stück Stengel)

2 Lorberblätter

10 Pfefferkörner

3 Wacholderbeeren

10 Fenchelsamen

1 Stückchen Ingwer (ca. 2cm dicke Scheibe)

Salz nach Bedarf

Erbsen oder Karfiol (optional)

Für die Eierschöberl:

100 ml Wasser

45 g Butter

1 Prise Salz

1 Messerspitze Muskatnuss

80 g Mehl

½ TL Backpulver

2 Eier

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