Die Ring-Schwestern

 

Anna&Julia_SchürtzeWir sind zwei Schwestern aus dem südlichen Österreich. Aufgewachsen in Kärnten, nahe der slowenischen und italienischen Grenze, wohnen wir zwar nicht mehr am selben Ort, sind jedoch immer noch sehr verbunden und teilen unsere Leidenschaft an gutem Essen, Familien-Leben, Natur und unseren Berufen – die Wissenschaft und die Medizin.

Julia Ring

IMG_8752

Ich lebe mit meinem Mann und meinen 3 Kindern in Graz und arbeite als Wissenschaftlerin im Bereich “Zelltod und Altern”. Meine Projekte fokussieren sich auf die Aufklärung zellulärer und molekularer Faktoren, welche zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer führen. Für meine Forschung benütze ich Fliegen und Hefe. Ja, das heißt ich arbeite mit Fruchtfliegen, welche Alzheimer haben, und Hefe (die Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae, welche man auch zum Brotbacken verwendet) Zellen, welche alle Eigenschaften einer kranken Nervenzelle eines Alzheimer Patienten aufweisen. Somit kann ich das Warum und Wie dieser Krankheit, als auch Methoden, wie man diesen Prozess verlangsamen bzw. verhindern kann, studieren. In dem Labor, in dem ich arbeite (Arbeitsgruppe Prof. Frank Madeo, Institut für molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz), forschen alle Wissenschaftler an Altern und gesundheits-assoziierten Themen. Vor knapp 10 Jahren hat ein Kollege von mir herausgefunden, dass die Substanz Spermidin das Leben von allen getesteten Modelltieren verlängert (Eisenberg et al., Nat Cell Biol. 2009). Diese Entdeckung ging durch alle Medien und hat das Interesse vieler Wissenschaftler geweckt. Kürzlich konnten die gleichen Forscher zeigen, dass sich Spermidin positiv auf die Gesundheit und Lebensspanne von Mäusen auswirkt, und dass diese Effekte auf gestärkte kardiovaskuläre Funktionen zurückzuführen sind. Epidemiologische Studien zu Spermidin-reicher Ernährung in Menschen haben diese Ergebnisse bestätigt (Eisenberg et al., Nat Med. 2016). Kurzum, eine Spermidin-reiche Kost wirkt dem Alterungsprozess im Körper entgegen, was eventuell zu einer Lebensverlängerung, aber sicher zu einer “Gesundheits-Verlängerung” im Alter führt.

Die Küche und der Esstisch sind das Zentrum in unserem Haus und es ist da immer was los. Gute Zutaten zu kaufen oder selbst anzubauen, sie in köstliche Gerichte zu verwandeln und zusammen mit Familie und Freunden zu genießen tut nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut. Ich denke es ist sowohl wichtig gesund zu essen aber auch, dass man Freude dabei hat!

Anna Grötschnig (ehemalige Ring ;-))

Anna

Ich lebe mit meinem Mann und unseren beiden Kindern auf einem Bio-Bauernhof in Moosburg in Kärnten nahe des Wörthersees. Mein Mann, ein Arzt und Nebenerwerbs-Bauer hat den Hof von seinen Eltern übernommen. Ich arbeite als Ärztin an einer Geriatrie und teile mit ihm immer mehr die Leidenschaft einen Bauernhof zu betreiben. In meiner Ausbildung und meiner Arbeit im Krankenhaus beschäftige ich mich mit vielen Problemen des Alterns. Dadurch ist mir sehr bewusst, dass nicht die Anzahl der Jahre, sondern die Erhaltung der Gesundheit und Jugendlichkeit und somit die Lebensqualität im Alter für uns sehr erstrebenswert sind. Die Forschungsergebnisse meiner Schwester und meines Schwagers verfolge ich mit großem Interesse. Mit meiner Schwerster teile ich nicht nur das wissenschaftlich medizinische Interesse, sondern auch die Leidenschaft für gutes, wertvolles Essen. Die Liebe zu qualitätsvollen Zutaten und deren kreative Zubereitung haben wir von unseren Eltern mitbekommen. Einmal abgesehen vom Geschmack sind für mich die gesundheitsfördernde Wirkung der Lebensmittel und deren Herkunft sehr wichtig. Daher bin ich auch besonders stolz, mit unserer Lebensweise bereits viele davon bio, nachhaltig und regional selbst zu erzeugen. Und so kümmere ich mich neben meinen Patienten auch um meine Kinder, meinen Mann, sieben Kühe, zwanzig Schafe, zwei Schweine, sechs Hühner, fünf Enten, drei Bienenvölker, eine Katze und unseren Garten.